Montag, 29. April 2013

Los geht´s!

Eben war das mittelatlantische Tief noch ein Problem und plötzlich wird daraus eine gute Möglichkeit. So wie es aussieht, zieht das Tief nach Norden und öffnet mir an seiner Südflanke eine potentiell zügige Passage zu den Azoren. Morgen früh um neun Uhr werde ich den Anker lichten und nach der Umrundung Sint Maartens auf Backbordbug Nordkurs einschlagen. Im Laufe der nächsten Tage hoffe ich auf einen Winddreher, der mir einen NO Kurs ermöglicht. Wenn alles klar geht, sollte ich am Montag, dem 6.5. auf etwa 27N 53W westliche Winde finden, die mich womöglich bis zum Ziel schieben werden. Nun heißt es die letzten Einkäufe erledigen, ausklarieren und die letzten Vorbereitungen auf der Gioia erledigen. Ich freu mich.

Sonntag, 28. April 2013

vielleicht doch?

Immer wieder anders. Momentan sieht es so aus, als ob sich ab Dienstag ein Fenster öffnet. Das beschriebene Tief zieht langsam gen Norden und könnte in der zweiten Wochenhälfte in ungewöhnlich südlichen Breiten für westliche Winde sorgen. Jetzt ist die Frage wie ich die Schwachwindzone in den ersten zwei drei Tagen überwinde. Der Gedanke gleich zu Beginn einen großen Teil des Diesels zu verballern behagt mir nicht recht. Ich werde weiterhin intensiv die Windvorhersagen studieren und mich melden sobald es etwas neues gibt.

Freitag, 26. April 2013

Déjà vu

In den letzten Tagen musste ich immer wieder an den Dezember 2009 denken. Damals lag ich mit der TurTur, meinem vorherigen Boot, in Gibraltar und wartete auf ein Wetterfenster für meinen Törn zu den Kanaren. Statt der üblichen nördlichen Winde aber wehte fast pausenlos ein kräftiger SW Wind. Erst nach sechs Wochen Wartezeit normalisierte sich die Wetterlage und machte mir den Weg zur Kanareninsel La Graciosa frei. Seit über zehn Tagen betrachte ich nun schon allmorgendlich staunend die Wetterkarten und frage mich inzwischen wie lange ich diesmal warten muss bis Petrus mir den Weg frei macht. Statt der üblichen westlichen Winde weiter oben im Norden, steht bis zur Eisgrenze ein solider Ostwind von respektabler Stärke. Ursächlich dafür ist nachwievor ein Tiefdruckgebiet bei den Azoren (wieso bitte spricht man immer vom Azorenhoch?), das sich nicht dazu durchringen kann abzuziehen bzw sich aufzulösen. Mir bleibt also nichts weiter übrig als zu warten. Wie damals unter dem Affenfelsen. Zum Glück habe ich hier morgens kein Eis an Deck - das gibts nur im Sundownerglas.

Dienstag, 23. April 2013

Weiterhin auf Warteposition

Nachdem auch weiterhin ein Tiefdruck im Süden der Azoren und ausgedehnte Hochdruckgebiete über dem nördlichen Atlantik genau dort für kräftigen Ostwind sorgen, wo ich mir Westwind wünsche, bin ich weiterhin auf Warteposition in der Simpsonbay Lagoon. Das ist auch ganz gut so, denn es finden sich an Bord immer wieder Kleinigkeiten mit denen ich mich ausgiebig beschäftigen kann. Sei es das kaputte Gewinde der Getriebeölablaßschraube oder die Erneuerung der Lichtmaschinenbefestigung. Zu guter Letzt scheint jetzt auch noch mein Aussenborder Probleme mit der Kühlung zu bekommen, den Impeller hab ich schon überprüft, jetzt vermute ich, dass sich die Kühlkanäle im Zylinder zugesetzt haben. Naja, der kleine Yamaha merkt wahrscheinlich auch, dass er bald nicht mehr wirklich benötigt wird und will nur ein bisschen auf sich aufmerksam machen. Was das Wetter angeht, scheint sich die beschriebene Situation zum Ende des Vorhersagezeitraums (also in 8 Tagen) langsam aufzulösen, damit würde sich für mich ab Freitag ein Fenster öffnen. Mal abwarten.

Freitag, 19. April 2013

Sechs Wochen im Schnelldurchlauf

Meine Güte, wie die Zeit vergeht! Gerade realisiere ich, dass mein letzter Beitrag bereits mehr als einen Monat zurückliegt. In der Zwischenzeit ist meine Schwester natürlich schon lange wieder in der kalten Heimat und ansonsten ist ansich nicht viel passiert. Aber der Reihe nach. Der Geschwistertörn führte uns in 17 Tagen von Sint Maarten nach St. Barth, St. Martin, Anguilla, Sint Maarten (Wasser bunkern und einkaufen), St. Kitts, Nevis, St. Bath und zurück nach Sint Maarten. Nachdem Kathrin abgeflogen war, blieb ich noch ein paar Tage in Sint Maarten, habe auf der französischen Seite für einen Freund ein zum Verkauf stehendes Boot angeguckt und mich zur Happy Hour mit einigen Bekannten auf einen Sundowner getroffen. Anläßlich der St. Barth Regatta habe ich die Gioia zur südlich benachbarten, unbewohnten und zu Frankreich gehörenden Ile Fourchue verholt und dort an eine Mooring gelegt. Auf dieser kleinen Insel habe ich mich dann nicht nur von Spielzeugen der Superreichen umkreisen lassen, sondern auch kurz vor dem Ende meines Karibikaufenthaltes mein persönliches Highlight entdeckt. Allerdings entspricht dieses Kleinod nur wenig dem klassischen Karibikbild. Unendliche weiße, palmengesäumte Strände? Auf der Ile Fourchue reicht die Unendlichkeit gerade mal hundert Meter und die Palmen begrenzen sich wie alles Grün der Insel auf die kleine, hinter dem Strand gelegene dichtbewachsenen Talsohle. Ansonsten ist es felsig und karg – aber wunderschön. Im glasklaren Wasser tummeln sich neben den vielen Schildkröten (einmal hatte ich beim Schnorcheln fünf Exemplare gleichzeitig im Blick!) eine Unzahl von bunten Fischen und Korallen. Die felsige Uferzone bietet unter der Oberfläche eindrucksvolle Riffe und Schluchten und das alles nur wenige Meter von Anker bzw. Mooringplatz entfernt. Wirklich sensationell und wunderschön. Als dann am Nachmittag die Regattaflotte, angeführt von den fünf berühmten J-Class Yachten (zumindest eine dieser atemberaubenden Yachten stammt von der gleichen Werft wie die Gioia :-) ) und gefolgt von einer Vielzahl von Megayachten (i.d.R. deutlich weniger schön aber dafür richtig groß), die Bucht dichtbei passierten, war das Seglerglück natürlich perfekt. Nach zwei Tagen ging es dann zurück nach Sint Maarten, Gesa und Onno, Freunde aus der Marina auf Curacao hatten sich per Email angekündigt. Gemeinsam gings es dann wiederum nach St Barth (wenn´s doch so schön ist), pünktlich zum Start der zweiten Regattaserie, diesmal waren die Yachten deutlich kleiner aber dafür moderner und schneller. Nach einigen Tagen hieß es für die Ballerina von Gesa und Onno „Anker auf und Kurs Süd“ - und ich entschied mich noch einige Tage in den Buchten St Barths zu verweilen und natürlich meiner Ile Fourchue einen weiteren Besuch abzustatten. Nun bin ich seit wenigen Tagen wieder in Sint Maarten, das ist zwar mit Sicherheit nicht der schönste Platz der Karibik, aber mit ihren Supermärkten und vor allem den Yachtausrüstern bietet die Simpson Bay eine tolle Infrastruktur für die Vorbereitung eines Langstreckentörns. Im Prinzip ist die Gioia bereit für den langen Sprung zu den Azoren. Heute früh habe ich mich zum Diesel und Wasser bunkern aus der offenen Bucht durch die Klappbrücke in die Lagune verholt, morgen geht’s dann nochmal zum Obst und Gemüseeinkauf in den Supermarkt. Ab Sonntag Mittag stehe ich dann quasi in den Startblöcken. Ich plane zunächst etwa 600 Meilen gen NNE zu segeln und hoffe dort (etwas südöstlich der Bermudas) dann passende Winde zu finden um Kurs auf die Azoren legen zu können. Zu meiner großen Freude ist es mir jetzt endlich auch gelungen mit meinem Satellitentelefon eine Internetverbindung aufzubauen. Somit stehen mir unterwegs Wetterdaten zur Verfügung, was den Törn natürlich deutlich entspannt. Momentan warte ich noch die Entwicklung eines Tiefdruckgebietes ab, das sich gerade südlich der Azoren bildest und erstmal für einen kräftigen Ostwind sorgen wird.

Montag, 11. März 2013

Island Hopping mit Schwester

Langsam nerven die schlechten Internetverbindungen, den letzten Beitrag z.B. hatte ich schon or einer knappen Woche geschrieben und wie ich dachte auch online gestellt, zumindest habe ich ihn beim abschließenden Test auf meiner Blogseite ganz oben gesehen. Gestern musste ich dann aber entdecken, dass der Beitrag nur als Entwurf gespeichert war – kein Wunder, dass ich Emails mit der Bitte um Lebenszeichen bekomme. Also nochmal: Auf der Gioia ist alles in bester Ordnung (bis auf die Internetverbindungen) und zusammen mit meiner Schwester verlebe ich ein paar herrliche Tage in der nordlichen Karibik. Wie schon berichtet sind wir ja zunächst nach St Barth gesegelt und haben uns die Insel angeguckt. Im Nachhinein hatten wir zwar das falsche Fahrzeug für unsere Inselrundfahrt gewählt, so ein Quad (vierrädriges, allradgetriebenes Motorrad) ist einfach nur unbequem, hat einen enormen Wendekreis und fährt sich wie auf Eiern – das nächste Mal gibt’s also entweder ein normales Auto oder eben ein richtiges Motorrad. St. Barth ist aber auch auf dem Landweg eine nette, idyllische kleine Insel mit vielen traumhaften Buchten und noch mehr fantastischen Häusern. Bevor es zur nächsten Insel weitergehen sollte haben wir uns noch in die nördlich der Hauptstadt gelegene und unter Naturschutz stehende Anse de Columbier verholt und uns dort an eine der Mooringtonnen gelegt. In kristallklarem Wasser, umgeben von bunten Fischen, Schildkröten und meckernden Wildziegen verbrachten wir zwei Tage in herrlicher Ruhe. Da der Wetterbericht für die nächste Zeit wieder die normalen, nordöstlichen Winde angekündigt hatte, entschied ich mich entgegen der ursprünglichen Planung dafür eher im Norden zu bleiben und Kathrin die ggfs etwas rauhere Rücktour zu ersparen. Statt also Dominica anzusteuern, legte ich wieder Kurs auf Sint Maarten oder besser St. Martin, denn diesmal ging es nicht auf die niederländische Seite sondern in die französische Anse de Marigot. So bekamen wir zwar etwas neues zu sehen, dafür mussten wir aber mit einer massiv gestörten Nachtruhe bezahlen, denn der Schwell stand genau in die Bucht und einige Nachbarlieger lagen tatsächlich mitten in der Brandungszone. Auch wenn wir nicht mit Brechern zu kämpfen hatten, so ging es doch so reichlich zur Kehr, dass mir meine massive Edelstahl Ankerkettenkralle (Wichard!) aufgeborgen wurde als wäre sie aus Blei. Und das wäre beinahe nicht der einzige Verlust geblieben. Schon kurz nach der Ankunft war ich dabei das Dinghi klar zu machen und hockte samt Außenborder im Schlauchboot als eine Welle mich schwuppsdiwupps über das Heck kentern ließ. Plötzlich schwamm ich also mit einem 15kg Motor an der Hand im Wasser und war erstaunt, dass ich mich an der Oberfläche halten konnte. Ob ich aber ohne Kathrins helfende Hand von der Badeleiter, den Motor auch alleine wieder an Bord hätte bringen können wage ich zu bezweifeln. Vor unserem Landausflug stand nun also mal wieder die Trockenlegung meines Dinghiquirls. Eine Übung in der ich inzwischen schon ein wenig Erfahrung habe. Zunächst bekommt der Kleine eine ausgiebige Süßwasserdusche, dann wird die Zündkerze entfernt und der Motor einige Male trocken durchgezogen um anschließend gründlich von außen und innen mit Öl eingesprüht zu werden. Nach etlichen Versuchen sprang der kleine Yamaha dann auch wieder an und brachte uns zuverlässig an Land zum Pizza essen. Am nächsten Morgen haben wir dann nur schnell noch unsere Gemüsevorräte aufgefüllt und sind umgehend in Richtung Anguila ausgelaufen. Bei herrlichem Wind erreichten wir rasch unser Ziel und genossen dabei das unglaublich türkise Wasser. Kaum hatten wir den Anker im Grund, begrüßte uns eine große Schildkröte direkt vor dem Bug. Die Beamten von Immigration und Zoll waren ausgesprochen freundlich und nun liegen wir in der netten Roadbay und überlegen wie wir die kommenden Tage verbringen. Auf alle Fälle wollen wir den unbewohnten Prickly Pear Cays einen Besuch abstatten, gelten sie doch als einer der besten Schnorchelspots der Karibik. Wie und wo wir die verbleibene Woche verbringen ist noch nicht raus, vielleicht machen wir doch noch einen Schlag zu den Jungfraueninseln.

Donnerstag, 7. März 2013

...nur keine Sorge!

Nachdem ich kurzfristig auf Sint Maarten heimisch geworden war, bin ich nun wieder unterwegs. Meine Schwester Kathrin ist zu Besuch an Bord und gemeinsam sind wir inzwischen auf St. Barth. Der Törn hierher war ziemlich ruhig und schwachwindig - also genau nach dem geschmack meiner Schwester. St. Barth wird auch als die Riviera der Karibik bezeichnet und im Hafen erkennt man schnell wieso. In den wunderhübschen schwedisch /französischen Hausern finden sich Filialien der meisten Luxuswarenanbieter und zahllose nette kleine Bistros und Restaurants. Bevor es morgen in die nächste Bucht zum Schnorcheln geht, wollen wir heute nochmal die Insel auf ier Rädern erkunden. Wie in den letzten Wochen bekomme ich an Bord nur selten eine vernünftige Internetanbindung und mein Emailprogramm verweigert den Versand von Nachrichten komplett, ansich passt das aber ganz gut, denn irgendwie bin ich auf diesem Abschnitt der reise ziemlich schreibfaul. Allerdings passiert ja seglerisch auch nicht allzu viel, sobald es wieder spannender wird, werde ich auch wieder mehr berichten. Viele Grüße in die kalte Heimat!