Schön war´s.
Sehr schön sogar, tolle Stadt, tolle Tapasbars, tolle Menschen. Was will man mehr?
Und wenn mir nicht der Herbst auf den Fersen wäre, dann hätte ich bestimmt noch die eine oder andere Woche dran gehängt.
Der heutige Dauerregen erleichtert mir den Abschied aber ungemein, immerhin gilt von nun an Kurs Süd, Kurs Sonne, Kurs Wärme.
Falls alles gut läuft, hoffe ich den Nordwind der nächsten Tage nutzen zu können um die gut 400 Meilen bis an die Algarve in einem Rutsch hinter mich zu bringen. Falls jedoch Großschifffahrt, Fischer oder auch das Wetter einen vernünftigen Schlafrhythmus verhindern habe ich jederzeit an Backbord einen Hafen zum ausruhen.
Vielleicht sehe ich im Nachhinnein La Coruna als den eigentlichen Start meiner Reise, hier kam ich nach meiner ersten Einhand-Langstrecke auf der Gioia an, hier hab ich erstmals interessante Leute und andere Einhand bzw. Langstreckensegler getroffen und kennen gelernt und hier habe ich auch endgültig begonnen mich auf Gioia heimisch zu fühlen.
Es bleiben eine Menge guter Erinnerungen.
Heute war ich dann nochmal mit Christian, dem französischen Profiskipper unterwegs, zunächst durfte ich seinen luxuriösen 70 Fuss Arbeitsplatz bestaunen und dann sind wir gemeinsam noch ein paar Tapas essen gegangen und haben eine Menge erzählt.
Ich bin gespannt ob und wo ich ihn wieder treffe. Madeira? Kap Verden? St. Martin?
Morgen Früh werd ich also die Gioia aufklaren, nochmal Wasser bunkern und dann zunächst Kurs SW in Richtung Kap Finisterre, dem Ende der Welt.
Nach dessen Rundung gegen Nachmittag, sollte dann auch der Nordwind einsetzen und uns immer entlang der iberischen Westküste gen Süden pusten.
Mal gucken wie weit ich komme.
Nein, hier geht es nicht um Schiller oder Beethoven. Auch wenn man auf die Idee kommen könnte, dass schon Schiller mein Boot, die "GIOIA" gekannt haben muss als er die Ode an die Freude schrieb. Ganz so alt ist die Gioia dann aber doch nicht. Hier berichte ich über mein Segelboot, die Gioia und unsere gemeinsame Reise, beginnend im August 2011. Herzlich Willkommen.
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Donnerstag, 3. November 2011
Dienstag, 1. November 2011
La gioia pura a La Coruna
01.11.2011
La Coruna
Es ist immer schön und hilfreich Kontakt zu den Einheimischen zu bekommen, das fällt mir leider, zum einen aufgrund der Sprachschwierigkeiten und zum anderen ist es wohl auch eine Mentalitätsfrage, nicht immer ganz leicht. Nachdem ich die ersten Tage hier in Spanien so ein bisschen vor mich hin gelebt und gewurschtelt habe, ging es gestern richtig los. Am Nachmittag war ich mit Mercedes, einer Seglerin hier aus La Coruna mit der ich schon seit geraumer Zeit via Internet lose in Kontakt stand, im großen Supermarkt einkaufen. Die Marina liegt für sowas doch etwas ungünstig und per pedes oder mit dem Rad wären da schon einige längere Touren notwendig gewesen um meine Proviantlast wieder aufzufüllen.
Anschliesend schauten wir noch bei Christian vorbei, einem französischem Profiskipper der hier auf einer 60 Fuss Yacht auf den niederländischen Eigner wartet.
Gemeinsam ging es dann zunächst zur Gioia, Einkäufe abliefern. Bei einem Wein blieb es natürlich nicht und so wurde es fast 23.00 Uhr bevor es in die Stadt zum Tapas-Essen los ging. In Hamburg wäre die späte Stunde wohl ein Problem geworden, hier hingegen wird man eher komisch angeguckt wenn man irgendwo schon um 19.00 Uhr zum Essen erscheint.
Erst ab 22.00 Uhr füllen sich so langsam die Restaurants.
Dank der einheimischen Führung fand sich schnell ein nettes Restaurant und wir liessen uns von den Tapas begeistern, meine Güte, war das lecker.
Nachdem sich hohe Tellersstapel auf dem Tisch bildeten und auch die Gläser mehrfach geleert waren, gab es in einer anderen Bar noch ein Eis und dann neigte sich der Abend langsam dem Ende entgegen. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Sightseeingtour zum Herkulesturm, den schon die Römer im ersten Jahrhundert erbauten. So kam ich erst gegen 02.00 Uhr in die Koje. Macht ja nix, heute Früh standen ja keine Termine an und ich ließ mich erst von der Sonne und den ruckenden Festmachern wecken.
Bin gespannt wie sich der Schwell hier im Hafen entwickelt wenn über Nacht der lange angekündigte Sturm aufzieht, sicherheitshalber werde ich die Leinen alle noch doppelt legen und auch zur anderen Seite ein kleines Spinnennetz weben.
Heute Abend habe ich dann zum Essen an Bord der Gioia geladen und ich werde endlich mal wieder richtig kochen.
Doch vorher muss ich noch mit dem Rad in die Stadt und die beiden Gasflaschen tauschen, ohne Gas ist schließlich schlecht kochen.
La Coruna
Es ist immer schön und hilfreich Kontakt zu den Einheimischen zu bekommen, das fällt mir leider, zum einen aufgrund der Sprachschwierigkeiten und zum anderen ist es wohl auch eine Mentalitätsfrage, nicht immer ganz leicht. Nachdem ich die ersten Tage hier in Spanien so ein bisschen vor mich hin gelebt und gewurschtelt habe, ging es gestern richtig los. Am Nachmittag war ich mit Mercedes, einer Seglerin hier aus La Coruna mit der ich schon seit geraumer Zeit via Internet lose in Kontakt stand, im großen Supermarkt einkaufen. Die Marina liegt für sowas doch etwas ungünstig und per pedes oder mit dem Rad wären da schon einige längere Touren notwendig gewesen um meine Proviantlast wieder aufzufüllen.
Anschliesend schauten wir noch bei Christian vorbei, einem französischem Profiskipper der hier auf einer 60 Fuss Yacht auf den niederländischen Eigner wartet.
Gemeinsam ging es dann zunächst zur Gioia, Einkäufe abliefern. Bei einem Wein blieb es natürlich nicht und so wurde es fast 23.00 Uhr bevor es in die Stadt zum Tapas-Essen los ging. In Hamburg wäre die späte Stunde wohl ein Problem geworden, hier hingegen wird man eher komisch angeguckt wenn man irgendwo schon um 19.00 Uhr zum Essen erscheint.
Erst ab 22.00 Uhr füllen sich so langsam die Restaurants.
Dank der einheimischen Führung fand sich schnell ein nettes Restaurant und wir liessen uns von den Tapas begeistern, meine Güte, war das lecker.
Nachdem sich hohe Tellersstapel auf dem Tisch bildeten und auch die Gläser mehrfach geleert waren, gab es in einer anderen Bar noch ein Eis und dann neigte sich der Abend langsam dem Ende entgegen. Zum Abschluss gab es noch eine kleine Sightseeingtour zum Herkulesturm, den schon die Römer im ersten Jahrhundert erbauten. So kam ich erst gegen 02.00 Uhr in die Koje. Macht ja nix, heute Früh standen ja keine Termine an und ich ließ mich erst von der Sonne und den ruckenden Festmachern wecken.
Bin gespannt wie sich der Schwell hier im Hafen entwickelt wenn über Nacht der lange angekündigte Sturm aufzieht, sicherheitshalber werde ich die Leinen alle noch doppelt legen und auch zur anderen Seite ein kleines Spinnennetz weben.
Heute Abend habe ich dann zum Essen an Bord der Gioia geladen und ich werde endlich mal wieder richtig kochen.
Doch vorher muss ich noch mit dem Rad in die Stadt und die beiden Gasflaschen tauschen, ohne Gas ist schließlich schlecht kochen.
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Der letzte Tag in Camaret sur Mer?
26.10.2011
Es ist zum Haareraufen mit den Wettervorhersagen, umso mehr Informationen man einholt, desto unsicherer wird man. Zur langen Liste der Internetvorhersagen kam heute auch noch ein heißer Draht zum DWD und das war dann auch wieder anders als die eh schon unterschiedlichen vorhandenen Aussichten.
Nachdem gerade ein britischer Stegnachbar mit seiner Swan ausgelaufen ist, kam ich kurz ins Grübeln, soll ich auch los? Ansich hätte es gepasst, hab heute schon gut gegessen, ausgiebig Mittagsschlaf gehalten, die Gioia ist startklar und der Wind weht leicht aus SO.
Aber nix überstürzen, lieber nochmal ausgiebig die Vorhersagen studieren, duschen, ein paar Emails schreiben, den Blog aktualisieren und dann morgen im Morgengrauen los.
So wie es jetzt aussieht habe ich dann für die ersten Stunden recht kräftige, raume Winde und werde mich auf der Schelfkante wohl etwas durchschütteln lassen, anschließend wird’s dann aber ruhiger bis sehr ruhig und so wird wohl auch mein Keilriemenkiller zum Einsatz kommen.
Bevor am Montag wieder kräftige Gegenwinde angekündigt sind, sollte ich dann schon lange einen sicheren Unterschlupf auf der iberischen Halbinsel gefunden haben.
Mein Minimalziel ist La Coruna, obwohl ich schon gerne das Kap Finisterre hinter mir lassen würde. Zwei Buchten hinterm Kap ist mir ein Hafen empfohlen worden, Porto Queixal.
Maximalziel wäre es Portugal zu erreichen, speziell Porto.
Aber so sehr es mich auch nach Lagos an der Algarve zieht, denn dort scheint nicht nur die Sonne, sondern dort liegt auch Freund Krischan mit seiner wachsenden Familie – gerade im Moment ist er dort wohl im Kreissaal, hält seiner Bine die Hand und wird Vater, nachdem ihnen vorgestern noch der VW-Bus geklaut wurde (immerhin waren die Schufte so nett und haben einen Rucksack mit Papieren, Kindersachen etc gepackt und im Hafen abgestellt).
So sehr es mich also gen Süden zieht, ich werde wohl sehr zufrieden sein wenn ich Queixal erreicht habe.
Jetzt geht’s schnell nochmal duschen, dann mache ich mir noch eine Bananenmilch, knacke ein paar französische Haselnüsse, trinke meinen Abendtee, schaue mir ein Video an und schon geht’s ab in die Koje.
Auf die nächsten acht Stunden Schlaf am Stück werde ich dann ein wenig warten müssen.
Mehr dann in einigen Tagen aus Spanien.
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